16. April 1421 – Hinrichtung auf der Gänsweyd

Alte Ansicht von Enns aus dem Jahre 1617
Alte Ansicht von Enns aus dem Jahre 1617

Wieder eine Hinrichtung im Zuge der Judenverfolgungen in Wien.

In Verbindung mit den damaligen Judenverfolgungen (12. März 1421 – Hinrichtung auf der Gänsweyd – Die Wiener Geserah) steht übrigens auch die Hinrichtung der Mesnerin von Enns, die angeblich einen Juden Hostien verkauft haben soll, auch sie wurde kurzerhand am 16. April 1421 auf dem Gänsefeld verbrannt.

Die Hinrichtungsstätte „Gänsweyd“ lag in unserem Bezirk, in etwa dort, wo heute die Kegelgasse in die Weißgerberlände mündet. Damals wurde das ganze  Gebiet als „unter den Weißgerbern“ bezeichnet. Die Weißgerber hatten in der näher zur Stadt ihre Gerbereien, denn innerhalb der Stadtmauern durften sie ihr Gewerbe nicht ausführen.

Aufgehoben wird die Todesstrafe erst unter Kaiser Josef II und erst danach kam die Gänseweid langsam aus der Mode. Doch bis dahin war es noch ein weiter weg. Unzählige Protokolle füllen im Laufe der Jahrhunderte die Archive, es wurde verbrannt, geköpft, erstochen, erschossen, verstümmelt und geschändet bis die Zeit endlich reif scheint für eine humanere Gesellschafts- und Rechtsform.

Die Gänseweid findet Ihr heute nicht mehr – wo einst hunderte Menschen für tatsächliche oder erdachte/erfolterte Verbrechen ihr Leben lassen mußten, stehen heute Zinskasernen, führen Straßen und Gassen den Donaukanal entlang – wo genau der Ort sich befand konnten wir von ki3.at noch nicht herausfinden. Kein Plan dieser Zeit ist genau genug, aber wir können es auf das Gebiet zwischen Hetzgasse und Kegelgasse eingrenzen.

Wohl niemand kann heute noch erahnen, welch grausige Dinge sich abgespielt haben müssen

 

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