27. September 1583 – Hinrichtung auf der Gänsweyd

Erster Hexenprozeß in Wien – Elsa Plainacher

Gänsweyd
Symbolbild – Verbrennung auf der Gänsweyd

Auf Betreiben des Bischofs mit Unterstützung des Hofes wird sie auf dem Richtplatz “unter den Weißgerbern” am Scheiterhaufen als Hexe verbrannt. Ihre 16-jährige Enkelin Anna Schiltenbaurin, ein psychisch krankes Mädchen, das mehrfache Exorzismen nicht heilen konnten, gab seiner Großmutter die Schuld an ihrem Leiden und löste den Prozess aus. Der Fall „Der Plainacherin-Prozess“ war in der Öffentlichkeit sehr beachtet und beschäftigte höchste Kreise.

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Wien um 1572

Der nächste Fall, dessen Akten noch vorhanden sind, gehört dem Jahr 1582 an. Es betraf ein sechzehnjähriges Mädchen, Anna Schlutterbauer aus Mank in Oberösterreich, und deren Großmutter, die siebzigjährige Elisabeth Plainacherin. Das junge Mädchen litt an Krämpfen und galt als besessen, weshalb es auf kaiserlichen und bischöflichen Befehl exorziert werden sollte.

Die Jesuiten, denen man diese ehrenvolle Operation zuwies, breiteten sich asbald durch Fasten, Geißelung und andere vom Teufel verhasste Werke auf ihr schwieriges Vorhaben vor. Doch war der Kampf der frommen Väter mit dem hartnäckigen und verschmitzen Satan nicht leicht. Es dauerte (zuerst in St. Pölten begonnen, dann in Mariazell und schließlich in der Barbarakirche auf dem alten Fleischmarkt zu Wien fortgesetzt) geraume Zeit.

Endlich aber (am 14. August 1583) gewannen die Patres doch die Oberhand, indem sie nicht weniger als 12652 lebende Teufel aus dem Leibe des Mädchens austrieben.

Das Mädchen wollte gesehen haben, wie seine Base die Teufel als Fliegen in Gläsern bewahrte, mit dem Teufel umging, ihr einen Apfel geschenkt hatte, indem der Teufel als Wurm hauste, usw.

Die Greisin wurde nach den Beteuerungen ihrer Unschuld erst mit 2 dann mit 3 Steingewichten auf der Leiter gestreckt, und schließlich bekannte sie nicht nur alles, sondern noch viel mehr als man haben wollte.

Die Gänsweyd

Vergeblich hatte der Stadtrichter Adam Altensteig anfänglich beantragt, die Greisin als eine altersschwache Person in einem Versorgungshaus unterzubringen. Er musste sie schließlich verurteilen, worauf sie zum Richtplatz auf zwei Brettern, die mit Stricken an einem Pferdeschwanz gebunden waren, geschleift und dort verbrannt wurde.

So liest es sich in alten Schriften… Wir von ki3.at durften gestalterisch an einem Werk über das Leben der Else Plainacher mitarbeiten, nämlich an dem neuesten Buch von Christian Blankenstein.

Ein officieller Text aus alten Dokumenten lautet:

Im Jahre 1583 wird Elise Plainacherin, 70 Jahre alt, in Wien verurtheilt, nachdem sie torturirt worden, an einen Pferdeschweif gebunden, auf die sogenannte „Gänseweide” am Erdberg bei Wien ,,geschlapft”, um dort lebendig verbrannt zu werden, lieber ihre Enkelin, die sie behext haben soll, sagt die actenmässige Anmerkung des Bischofs von Wien, Kaspar Neudeck: „dass dieses Mädchen am 14. August 1583 von allen ihren Teufeln, deren 12652 an der Zahl waren, glücklich befreit und in das Kloster der Laurenzerinnen gebracht worden sei.

 

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