antisemitisches in Erdberg anno 1891

Titelblatt-inserat-zum-beatSchon 1891 dürfte es kein Problem gewesen sein, jemanden in aller öffentlich als „antisemitischer Gesinnungsgenosse“ bezeichnen zu können. Der darüber stolze Redakteur titelt dazu im „Deutsches Volksblatt“ vom 31 Oktober 1891 auf Seite 1 „Für Parteifreunde“.

Hier der mehr als skurrile Artikel:

„Für Parteifreunde“

Heute, Samstag, eröffnet der Herr J. Reiner, ein antisemitischer Gesinnungsgenosse, im III. Bezirk, Hörnesgasse 22, Ecke der Hießgasse, sein ganz neues Gasthaus zur „Stadt Wien“. Herr Reiner war früher Besitzer des Gasthauses „zum Beatrixbad“ in der Beatrixgasse und mußte, trotzdem er seine Gäste auf das Allerbeste zu befriedigen wußte, dasselbe unter der Ungunst der Verhältnisse und infolge übergroßer Regiekosten ausgeben.

Wir sind überzeugt, daß der wackere Mann dem neuen Geschäfte durch seine bereits früher bewiesene Solidität, seinen Fleiß und seine Tüchtigkeit als Fachmann treue Freunde zuführen und erhalten wird.

ki3.at distanziert sich natürlich vom Inhalt dieses Artikels

Quelle: Anno – Österreichische Nationalbibliothek

Wie immer bei diesem Artikel aus alter Zeit haben wir die Schreibweise und Grammatik von damals beibehalten.

 

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