„Der Fall Fanni Bernklau“ oder „Rache ist süß“

veithgasse
Attentate mit Vitriol waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein gebräuchliches Mittel um so manchen Konflikt auszutragen.

Ob 20tes oder 21tes Jahrhundert – am häufigsten passieren Verbrechen immer noch innerhalb der Familie. Hier ein besonders brutaler Fall aus dem Jahr 1913.

Aus der Arbeiter Zeitung vom 19. Juni 1913

Den Gatten mit Vitriol beschüttet.

Mittwoch früh um halb 6 Uhr übergoß die 33jährige Papierwarenhändlerin Fanni Bernklau, in Wien 3 Veithgasse wohnhaft, wegen eines Familienzwistes ihren im Geschäftslokal noch im Bett schlafenden Gatten, den Fahrradhändler Nathan Bernklau, vorsätzlich mit Vitriol. Angeblich hat ihr Ehemann Nathan sie wegen Ehrenbeleidigung geklagt.

Sie verletzte ihn am Rücken, am Halse, an beiden Schultern und im Gesicht allem Anschein nach schwer. Der Arzt wurde geholt und leistete dem Mann erste Hilfe. Er wurde auf seinen Wunsch in häuslicher Pflege belassen. Das unheimliche Weib wurde in Haft genommen und dem Landesgericht eingeliefert.

Laut einer anderen Quelle, hat Fanni Bernklau, als sich der Überfallene schreiend vor Schmerzen krümmte, gelacht und hämisch gerufen: „Da hast du es ! Rache ist süß !!… Rache ist süß !!“

PS: Vitriol ist die veraltete Bezeichnung für die kristallwasserhaltigen Sulfate (Salze der Schwefelsäure), so ist auch die Schwefelsäure unter dem veralteten Namen Vitriolöl Zeit bekannt.

Diesen Artikel bringen wir Euch, wie immer, in original Rechtschreibung und Grammatik der damaligen Zeit. Nur die Schrift wurde von und verändert.

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