„Kurioses vom Augustinermarkt“ oder „Früher war alles besser?“

 

So in etwa könnte der Streifwagen vom Augustinermarkt ausgesehen haben.
So in etwa könnte der Streifwagen vom Augustinermarkt ausgesehen haben.

Beim Durchforsten alter Zeitungen der Nationalbibliothek auf der Suche nach wissenswerten über unseren Bezirk stoßen wir immer wieder auf kuriose Straftaten.

Die damaligen Headlines waren genauso reißerisch wie etwa von den Gratisblättern „heute“ und „Österreich“. Tja, und gestohlen wurde damals genauso wie heute.

 

Ein Artikel aus „Wiener Neueste Nachrichten“ vom 4. April 1932, gefunden auf der Seite 2: 

„Man nehme“ — einen Streifwagen samt Pferd.

Eine Köchin stiehlt ein Fuhrwerk und fährt damit davon.

Der Marktlieferant Karl Zimmermann, Arbeiterstrandbadgasse 126 zeigte Samstag nachmittags beim Polizeikommissariat Landstraße an, daß ihm kurz zuvor auf dem Augustinermarkt sein Streifwagen samt Pferd von unbekannten Tätern gestohlen worden sei.  

Bald darauf wurde auf dem Landstraßer Gürtel eine Frau angehalten, die mit einem Fuhrwerk gegen die Wieden fuhr. Es war das Fuhrwerk Zimmermanns. Die Frau, die 27jährige unterstandslose Köchin Christine Scherndl, wurde zum Kommissariat gebracht und erzählte dort, sie sei von einem unbekannten Mann auf dem Augustinermarkt aufgefordert worden, das Fuhrwerk auf den Matzleinsdorfer Platz zu führen; er werde mit der Straßenbahn nachkommen. Die Erhebungen ergaben, daß die Erzählung ein Märchen und daß die Scherndl selbst die Diebin ist.  

Sie wurde heute dem Landesgerichte eingeliefert.  

Diesen Artikel zeigen wir Euch, wie immer, in der original Rechtschreibung und Grammatik der damaligen Zeit. Nur die Schrift wurde von und verändert.

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