Militärische Gebäude

Von den im dritten Bezirk befindlichen öffentlichen Gebäuden ragt ein Objekt nicht nur wegen seiner Bedeutung, sondern auch durch seine Größe und Mächtigkeit hervor – das Arsenal. Die Idee, ein großes Artilleriearsenal zu errichten, wurde unmittelbar nach Niederschlagung der Revolution von 1848 geboren. Die neue Arsenal- und Kasernenanlage sollte außerhalb des damaligen Linienwalles in erhöhter Lage liegen und so erbaut werden, daß seine Geschütze das gesamte Gebiet Wiens bestreichen könnten.
Maßgebend für die Wahl des Standortes auf der, später „Arsenalterrasse“ benannten, Pleistozänterrasse unserer Stadt war zum einen die Nähe der Artilleriekaserne auf dem Rennweg (siehe unten), zum anderen die Nähe der Simmeringer Heide als Exerzierplatz, und natürlich die strategisch günstige Höhenlage. Bei der Ausführung dieses Vorhabens berücksichtigte man nach einem Wettbewerb die Pläne und Vorschläge mehrerer bedeutender Architekten: Ludwig Förster, Theophil von Hansen, Eduard van der Nüll, Carl Rösner und August Siccard von Siccardsburg. Das als Defensivkaserne errichtete Gebäude hatte bei seiner Fertigstellung im Jahr 1856 die imposanten Ausmaße von 689 m Länge und 480 m Breite. Der Gesamtbau ist ein in Formen des romantischen Historismus errichteter Ziegelrohbau, wovon das hier schon ursprünglich vorgesehene und untergebrachte Heeresgeschichtliche Museum als einziger Teil der Anlage künstlerisch ausgestaltet wurde.

Vogelschau des Arsenals, Lithographie von Alexander Kaiser, um 1865

Besonders die hohen am Rand befindlichen turmartigen Kasernenbauten, die von niedereren Depot-Trakten umgeben sind, geben dem Gebäude ein martialisches Aussehen. Das Gebäude, das heute in seiner Verwendung natürlich vollständig anders konzipiert ist, dient seit dem Zweiten Weltkrieg vor allem als Unterbringungsstätte für Bundesdienststellen, Angestelltenwohnungen, technische Versuchs- und Prüfwerkstätten, Depots und ähnliches mehr. Der Gebäudekomplex des Arsenals erinnert uns heute noch an die letzte große kaiserliche Architekturperiode Wiens, die durch den Historismus geprägt und als „Ringstraßenarchitektur“ weltweit bekannt wurde.

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