Wissenschaftliche Einrichtungen

Auf dem heutigen Rennweg 14 befinden sich das Botanische Institut und der Botanische Garten. 1754 hatte Maria Theresia diesen Grund, den sogenannten „Heunischen Grund“ (letzter Besitzer war Hugo von Heunisch, von dessen Erben ging das Anwesen in das kaiserliche Aerarium über) um 9 000 Gulden erworben. Es war die Absicht der Monarchin, dort einen botanischen Garten anlegen zu lassen. Einen entscheidenden Aufschwung für die weitere Entwicklung brachte die Ernennung des aus Holland stammenden Botanikers Nikolaus Jacquin zum Direktor der Anstalt im Jahr 1768. Schon 1757 hatte Maria Theresia den Garten der Universität zu Forschungszwecken übergeben. Jacquin, der Chemie und Botanik an der Universität lehrte, war es, der als erster ein einheitliches System der einheimischen und fremden Blumen, Bäume, Sträucher und Pflanzen anlegte. Damit war er einer der Begründer der Wiener Botanischen Schule geworden. Auch der Sohn des Gelehrten, Josef Franz Freiherr von Jacquin, trug zur Bereicherung des Gartens bei, indem er fremde Gewächse aus der ganzen Welt nach Wien brachte. Im 19. Jh. wurde der Garten vergrößert und umgestaltet. Zu Beginn unseres Jahrhunderts wurde schließlich auf Antrag des Direktors Prof. Richard Wettstein das sogenannte Botanische Museum errichtet, in dem sich auch die Bibliothek dieser wissenschaftlichen Anstalt befindet. Etwas später wurde ein Teil des Gartens anlässlich ihres Baues der Staatsdruckerei abgetreten. Der berühmte Botanische Garten ist in verschiedene pflanzengeographische Gruppen unterteilt, die verschiedensten Floren der Welt umfassend. Hier werden versuchsweise Pflanzen gezogen, die Grundstoffe für Genuß- und Heilmittelindustrie darstellen.

Eine andere wissenschaftliche Institution, welche die Landstraße beherbergt, ist das Gebäude der Tierärztlichen Hochschule, oder, wie die Bezeichnung jetzt lautet, der Veterinärmedizinischen Universität. Auch dieses Institut, die drittälteste Veterinärschule der Welt, geht in seinem Ursprung auf Maria Theresia zurück. 1767 wurde durch sie die sogenannte Pferde-Kur- und Operationsschule eröffnet, deren erster Leiter Ludwig Scotti war. Hauptsächlich wurden hier Fahnenschmiede (bis etwa 1918 bezeichnete man so Hufschmiede bei Truppenteilen im Range eines Unteroffiziers) für den Heeresbedarf ausgebildet. Ab 1776 trug die Anstalt den Namen k. k. Tierspital. Etwa ab der Mitte des 19. Jh.s setzte sich die Meinung durch, das Kurschmiedesystem (also das Behandeln der Tiere von nicht medizinisch geschulten Hufschmieden) gehöre abgeschafft und der Veterinärdienst sollte nur mehr von diplomierten Tierärzten versehen werden. In den Jahren 1821-1823 erbaute man den heute noch existierenden Komplex der Hochschule am Ufer des ehemaligen Wiener Neustädter Kanals. Bis 1852 war das „k. k. ThierarzneyInstitut und Thierärztliche Hochschule“ (Name zwischen 1897-1905) der Universität angeschlossen, seit 1918 war die Hochschule dem Unterrichtsministerium unterstellt.

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