Exemplarische Strafte für Preistreiberei

1920, die Rochuskirche und der Augustinermarkt
1920, die Rochuskirche und der Augustinermarkt

Unser heutiger Rochusmarkt hieß früher Augustinermarkt. Vor 101 Jahren, gegen Anfang des ersten Weltkrieges, herrschten noch andere Zeiten und Preistreiberei war ein schweres Vergehen. Wegen etwa 50 Cent wurde man damals zu zwei Wochen Arrest und 4.000 Euro Geldstrafe verurteilt – nachlesen könnt Ihr dies in einem Artikel aus der Neuen Zeitung vom 16. Dezember 1915.

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„Der Fall Fanni Bernklau“ oder „Rache ist süß“

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Attentate mit Vitriol waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein gebräuchliches Mittel um so manchen Konflikt auszutragen.

Ob 20tes oder 21tes Jahrhundert – am häufigsten passieren Verbrechen immer noch innerhalb der Familie. Hier ein besonders brutaler Fall aus dem Jahr 1913.

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Einbruch am Landstraßer Gürtel

Eine Geschichte über zwei diebische Elstern im alten Wien.
Eine Geschichte über zwei diebische Elstern im alten Wien, gefunden im „Illustrierten Wiener Extrablatt“

Dem Gemischtwaren Händler Herrn Anton Stepanek, ist aufgefallen, daß schon seit längerer Zeit immer wieder Geldbeträge und diverse Waren über Nacht aus seinem Geschäft verschwinden.

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antisemitisches in Erdberg anno 1891

Titelblatt-inserat-zum-beatSchon 1891 dürfte es kein Problem gewesen sein, jemanden in aller öffentlich als „antisemitischer Gesinnungsgenosse“ bezeichnen zu können. Der darüber stolze Redakteur titelt dazu im „Deutsches Volksblatt“ vom 31 Oktober 1891 auf Seite 1 „Für Parteifreunde“.

Hier der mehr als skurrile Artikel:

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Die Hetztheater in Wien

hetztheater1887
Jörgel Briefe, vom 21. Mai 1887

Immer wieder auf der Suche nach Artikel über die längst vergangene Zeit bei uns im Dritten haben wir noch einen weiteren Artikel über das Hetztheaater gefunden.

 

Das erste Hetztheater ist schon im Jahre 1716 auf der sogenannten Haide in der Leopoldstadt entstanden. So wie später das Französische bei uns nachgeäfft worden ist, so Hat sich damals das Spanische bei uns eingebürgert, und so sein die rohen Stierhetzen zu uns herübergekommen, denn bei uns hat man von jeher immer nur das respectirt, was von auswärts herein gedrungen ist.

Das Hetztheater auf der Haide hat sich aber nur durch zehn Jahre seines Bestandes erfreut, es is dann in die Taborstraßen verlegt worden, und im Jahre 1755 hat ein g´finkelter Franzos´, der Defraine geheißen haben soll, ein größeres Amphitheater aus Holz unter den Weißgärbern errichtet.

hetztheater_gr_04Wie die Chroniken erzählen, hat der innere Raum 22 einhalb Klafter im Durchschnitt g´habt, und in der Mitte hat sich ein Bassin mit einem Springbrunnen befunden.

Im Umkreis waren zu ebener Erd´ die Thüren, aus welchen die Hetzobjecte heraus g´lassen worden sein, und für die Zuseher waren drei Galerien errichtet, die über 3000 Zuschauer g´faßt haben. In diesem Holztheater haben alle Sonn- und Feiertage Productionen statt g´funden, bei denen Ochsen, Schweine, Bären, selbst Wölfe und andere Thiere theils durch Hunde gehetzt, theils gegenseitig auf einander losgla´ssen worden sein.

hetztheater_gr_02Vor jeder Thierhetz hat ein feierlicher Durchzug durch die Stadt und die Vorstädte stattg´funden, um die Wiener auf dieses Ereigniß aufmerksam zu machen. Ein Mann in Jägerkleidung auf einem Rotschimmel, mit der Schwungfeder und einer großmächtigen Peitschen ausgestattet, von den gelbgekleideten Hetzknechten umgeben, hat bei diesem Umzug die gedruckten Hetzzettel an das Volk vertheilt. Die Hetzzettel waren immer in höchst schwülstigen Ausdrücken verfaßt. Um das Publicum recht zu locken, hat es da g´heißen: „Eine scharfe Hetze — eine recht scharfe, kämpfende Hetze.“„Der brüllende und alles zerreißende Löwe; der mit den vier Elementen kämpfende Capitale Bär“, und ähnlich.

hetztheater_gr_01 Die Hetzmeister, die sich durch Unerschrockenheit und Gewandtheit ausgezeichnet haben, waren allgemein bewunderte Persönlichkeiten.

Diese Hetz is bis zum Jahr 1796 ein Lieblingsschauspiel der Wiener geblieben. Am 1. September desselben Jahres is aus unbekannt gebliebener Ursach´ ein Brand ausgebrochen, der das größtentheils aus Holz erbaute Gebäude rasch verzehrt hat.

brand_d_hetztheater Bei diesem Brand sein alle Thiere zu Grund gegangen, bis auf einen Auerochsen, der mit seinen Hörnern und seinem breiten Nacken die Thür des Stall´s aus den Angeln g´hoben, und sich in das Freie gerettet hat.

Durch das Gluthmeer eingeschüchtert, hat er sich ohne weiters einfangen und zu einem benachbarten Fleischhauer führen lassen.

Später soll er in die Schönbrunner Menagerie gekommen sein, wo er bis zum Jahre 1809 zu sehen war.

hetztheater Das Hetztheater is net mehr aufgebaut worden, Kaiser Franz hat hiezu net mehr die nothwendige Erlaubniß geben, eingedenk, daß dieses widerliche Schauspiel nur verrohend auf die Massen wirkt. Die Hetzgassen im Dritten Bezirk erinnert noch heute an das einstige Volksspectakel.

 

ki3.at – Verein für Kommunikation, Kunst und Kultur