Wiener Eislauf-Verein – um 1907

vor 1907 Verlag- Ledermann - Wiener Eislauf-Verein
Wiener Eislauf-Verein im Sommer Copyright: © 2015 Österreichische Nationalbibliothek Aufnahme: Verlag- Ledermann

Eine alte Ansichtskarte von unserem Wiener Eislaufverein

 

Was sagt Prof Hauer von unserem Bezirksmuseum dazu:

Das “Schleifen” hat in unserem Bezirk schon lange Tradition. Zur Zeit des  Wiener Neustädter Kanals – ab 1803 – waren die Wiener davon begeistert, im Winter auf dem gefrorenen Wasser des Kanalhafens, der sich im Bereich zwischen der Invalidenstraße und etwa der Ghegagasse befand, eislaufen zu können.

Als dann 1857 die Verbindungsbahn gebaut wurde, musste das Hafenbecken weichen. Bald wurde aber ein Verein von eislaufbegeisterten Personen gegründet, der ab 1867 einen Platz betrieb, der sich im Bereich der ehemaligen Bank-Austria-Zentrale in der heutigen Vorderen Zollamsstraße befand.

Hier wurde schon Eiskunstlauf betrieben. Am 16. Jänner 1868 trat der damals berühmte Eistänzer Jackson Haines hier auf. Unter den Zuschauern befand sich nicht nur der Kaiser, sondern auch der Wachstuchfabrikant Eduard Engelmann d. Ä. Sein Erlebnis auf dem damaligen Wiener Eislaufvereinsplatz führte zur Gründung eines Eislaufplatzes in Hernals bzw. zur Begründung der Eissportdynastie Engelmann.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begannen die Planungsarbeiten Otto Wagners für die Wiener Stadtbahn, deren Bahnhof Hauptzollamt schließlich den Eislaufplatz verdrängte. 1899 wurde mit den Vorbereitungsarbeiten zur Anlegung des nunmehr neuen Wiener Eislaufvereinsplatzes am Areal zwischen Heumarkt und Lothringerstraße begonnen, der am 6. Jänner 1901 eröffnet wurde.

Auf diesem Platz wurde Eislaufgeschichte gemacht, hier wurden die österreichischen Eiskunstläufer vergangener Jahrzehnte trainiert, ehe sie draußen in der weiten Welt Erfolg haben durften.

Auf der Website des WEV fanden wir folgende Info:

Das erste Kunstlaufen am WEV-Platz wurde 1872 ausgetragen, das national ausgeschrieben war und von Dr. Karl von Korper, dem nachmaligen Präsidenten des WEV, vor Franz Belazzi gewonnen wurde. 1875 wurde das erste Damenkunstlaufen abgehalten.

1882 wurde das erste internationale Figurenlaufen auf unserem alten Platz ausgetragen, bei welchem Bewerb unsere besten Eisläufer gegen die Besten der nordischen Länder antraten. Der Kampf endete mit einem überlegenen Sieg der Wiener Schule. Den ersten Preis errang Altmeister Leopold Frey, den zweiten Hofrat Engelmann und erst den dritten Preis konnte ein Ausl?nder, nämlich Axel Paulsen aus Trondhjem, erkämpfen. Dieser große Erfolg der Wiener Schule war natürlich ein gewaltiger Ansporn für unsere Kunstläufer, sich in dieser Kunst noch weiter zu bilden und seit der Zeit finden wir die Farben des Wiener Eissportes immer unter den Besten dieser Zunft.

Im Jahre 1892 veranlasste nun Holland die Einberufung einer Zusammenkunft der Vertreter der eissporttreibenden Länder zu Scheveningen, um ein allgemeines Übereinkommen über die verschiedenen Bestimmungen in den einzelnen Staaten zu erreichen. An diesem Kongress, an dem die Vertreter Deutschlands, Österreichs, Hollands, Schwedens und Ungarns teilnahmen, wurde die Internationale Eislaufvereinigung gegründet und seit dieser Zeit werden alle internationalen Eislaufwettbewerbe nach einheitlichen Regeln ausgetragen.

Quelle: AKON

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Ein Gedanke zu „Wiener Eislauf-Verein – um 1907“

  1. 1932 fand am Platz des Wiener Eislaufvereines ein Speedway statt, wozu eine eigene Schlackenbahn aufgeschüttet wurde. Das schreibt der leider schon verstorbene Hofrat Seper in seinem Buch Die Österreichische Automobilgeschichte. Ob dazu Bilder im “Archiv” des Wiener Eislaufvereines existieren ist fraglich. Bitte haben Sie dazu Bilder von dem Speedway. Wäre Ihnen danbar für Ihre Info.
    Gottfried Fritsche

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