Zur weissen Taube – eine Sage aus den alten Erdberg.

In Erdberg stand oder steht noch heute das Haus Nummer 23. Um dieses Haus rankt sich eine seltsame Sage – die Sage „der weißen Taube“.

Die Geschichte spielt zu Zeit der Wiedertäufer im 16. Jahrhundert, eine Zeit, in der Menschen wegen ihres Glaubens von der römisch katholischen Kirche am Scheiterhaufen verbrannt wurden.

Balthasar Hubmair lernt ab 1522 die reformatorischen Schriften Martin Luthers kennen und wurde später mit seiner Ehefrau Führer der Wiener Wiedertäuferbewegung.

Später wurden er und seine Frau nach Wien ausgeliefert, wo er einige Zeit in dem damals noch stehenden Kärntnerturm als Gefangener saß.

Lange Zeit wurde versucht ihn zu einem Widerruf seiner „gefährlichen Lehren“ zu bewegen – wie gesagt, es war keine ruhmreiche Zeit der römisch-katholischen Kirche, die speziell in Österreich von den Habsburgern im Kampg gegen „anders Gläubige“ unterstützt wurde. So war Ferdinand I. aus dem Geschlecht der Habsburger ein Intimfeind von Balthasar Hubmair (auch Huebmör, Hubmör, Hubmair, Hubmayr, Hubmeier genannt).

Seine standhafte Hingebung erweckte bei manchem ein Gefühl von Mitleid, aber er endete doch am 10. März 1528 beim Stubentor in Wien als Aufrührer und Ketzer auf dem Scheiterhaufen. Drei Tage nach seinem Märtyrertod wurde seine Ehefrau in der Donau ertränkt.

Und nun kommt der eigentliche Teil der Sage – einige der Anwesenden bei der Hinrichtung sahen plötzlich aus dem Rauch des Scheiterhaufens eine weiße Taube aufsteigen. Sie erhob sich und flog in Richtung Erdberg und verschwand dort wo das Haus Nr. 23 steht. Lange Zeit noch hieß diese Haus daher „Zur weißen Taube“.


Diese Sage hat Ki3.at auf www. Sagen.at gefunden und nacherzählt (Quelle: Die Sagen und Legenden der Stadt Wien, herausgegeben von Gustav Gugitz, Wien 1952, Nr. 115, S. 127 – Für SAGEN.at Korrekturgelesen von Anja Christina Hautzinger, Mai 2005.)

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