Pfarrkirche Zur dreimal wunderbaren Muttergottes und Kloster der Kongregation der „Töchter der göttlichen Liebe“

Die Kongregation der „Töchter der göttlichen Liebe“ wurde erst 1868 von Mutter Franziska Lechner in Wien 3, Fasangasse 4 errichtet. In der Schweiz hatte die Ordensstifterin die Anregungen zur Klostergründung erhalten, die ersten beiden Gründungen entstanden in Ilanz (Graubünden) und Dornbirn. Bald trennte sich Franziska Lechner von ihren ersten beiden Gründungen und lenkte ihre Wege nach Wien, in dem Glauben, hier einen besseren Boden für das von ihr erdachte Kloster zu finden. Tatsächlich erreichte sie rasch die ministerielle Zustimmung zur Gründung ihrer Gesellschaft. Innerhalb der folgenden Jahre wurden über 10 000 arme, postenlose Mädchen vorübergehend aufgenommen und verköstigt. Später errichtete die Kongregation Waisenhäuser, höhere Mädchenpensionate, Lehrerinnenbildungsanstalten, landwirtschaftliche Schulen, Kindergärten. Das erste Mutterhaus (die jetzige „Marienanstalt“ in der Fasangasse 4) genügte bald nicht mehr den Anforderungen, und die Klostergemeinde übersiedelte 1888 in das neue Haus in der Jacquingasse. Auf Vermittlung der Tochter Kaiser Franz Josephs, Marie Valerie, wurde Mutter Franziska ein 900 m2 großer Grund, Teil des Botanischen Gartens, zum Bau einer Kirche übergeben.

Die Kirche entstand in den Jahren 1890/91 nach Plänen des Schmidt-Schülers Richard Jordan. Das als dreischiffiger Ziegelrohbau in neuromanischen Formen ausgeführte Gotteshaus wurde 1891 geweiht. Der Hochaltar, eine Spende Franz Josephs I., trägt die kaiserlichen Wappen über dem Tabernakel. Hier befindet sich auch eine Kopie des Gnadenbildes der dreimal wunderbaren Muttergottes (die Kirche war auf sie geweiht worden), angefertigt von Josef Kastner. Es ist dies eine der wenigen Kopien von „Maria Schnee“ in Rom. Pietätvolle Erinnerung an die Entstehung der Kirche und dankbarer Sinn sprechen aus den Bildern des Gotteshauses, die ebenfalls von Josef Kastner stammen. Besonders schön waren auch die Glasfenster, von denen jedoch die meisten durch Kriegseinwirkungen zerstört wurden. Am 1. Juli 1939 wurde das Gotteshaus Pfarrkirche. Seit dieser Zeit dient das der Kongregation angehörende „Elisabeth-Heim“ in der Jacquingasse 53 als Pfarrhof. Dieses im Jahr 1905 errichtete Haus erbaute Architekt Cajetan Miserovsky.

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