Verzerrte Darstellungen und Falschmeldungen auf 1030wien.at

wie real spiegeln die Pressemitteilungen der Wiener Polizei die Wirklichkeit wieder?
Symbolbild Polizeieinsatz in 1030 Wien

Auch wir von 1030wien.at veröffentlichen oft die Pressemitteilungen der Wiener Polizei. Und dies passiert nicht weil unser Chefredakteur sensationsgeil ist, es passiert, da wir aus den Statistiken wissen, dass diese Berichte gerne gelesen werden.

Nun haben wir aber eine Analyse der Pressearbeit der Wiener Polizei gelesen und wollen uns beu Euch liebe Leserinnen und Leser entschuldigen für unsere verzerrten Darstellungen über die Kriminalität in unserem Bezirk, denn wir sind sicher, dass der Dritte nicht der sechst gefährlichste Bezirk ist, wie das Gratisblattl Österreich meint.

Vienna.at schreibt dazu: „Pressearbeit unter der Lupe: Auffallend häufig informiert die Wiener Polizei in Medienmitteilungen über Handtaschenraub und Drogenkriminalität, jedoch fast nie über Vergewaltigung und rassistisch motivierte Gewalt. Das ergab eine Analyse zweier ORF-Journalistinnen.

Mit Unterstützung des Recherchenetzwerks “correctiv” hat das Duo für die Analyse alle Aussendungen der Landespolizeidirektion Wien der Jahre 2013 und 2014 ausgewertet.

200.000 Anzeigen versus. 2.000 Pressemitteilungen

Rund 200.000 Anzeigen pro Jahr stehen weniger als 2.000 Pressemitteilungen gegenüber. “Das führt unweigerlich zu einer Verzerrung der Wirklichkeit”, konstatierten die Autorinnen auf correctiv.org. Die Polizei vermeldete in den beiden Jahren demnach nur jede 43. Vergewaltigung, aber jeden fünften Handtaschenraub. Überhaupt nie standen Fälle von unterlassener Hilfeleistung im Scheinwerferlicht der Polizeipressearbeit. Auch rassistisch motivierte Fälle von Körperverletzung, Drohungen und Beleidigungen kamen nicht vor, aber nahezu jeder Juwelier- und Banküberfall und jeder zweite Taxiraub. Von Angriffen auf Polizisten beziehungsweise Widerstand gegen die Staatsgewalt verschickt die Polizei ebenfalls sehr häufig Pressemitteilungen.

1030wien.at versus Pressemitteilungen der Wiener Polizei

Aus eigener Erfahrung weiß unser Redaktionsteam, dass in den letzten Jahren mindestens drei schwere Gewaltverbrechen, die hier im Dritten passierten, nie den Weg in die Presse fanden.

Daher liebe Leserinnen und Leser, wir werden zwar weiterhin über Kriminalfälle berichten, aber vielleicht könnt Ihr dank dieser Analyse der Pressearbeit der Wiener Polizei die subjektiven Gefühle ein wenig relativieren.

Hier könnt Ihr den ganzen Artikel aof Vienna Online lesen-

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